EURO STOXX 50 current Euro Stoxx 50: Das muss doch bald schiefgehen … oder nicht?

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EURO STOXX 50
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Zum EURO STOXX 50

Ein kurzer „Schwächeanfall“ zum Wochenstart wurde in der zweiten Wochenhälfte großenteils aufgeholt. Die Bullen verteidigten beim Euro Stoxx 50-Index bereits die erste relevante Unterstützung effektiv. Aber wie lange kann dieser Sturmlauf noch gutgehen?

Wer sich ansieht, was seit dem Herbst zusammen mit den Käufen an positiven Erwartungen in den europäischen Leitindex eingeflossen ist, mag die Stirn runzeln. Schließlich dachte man, als Anfang November die große Kaufwelle begann, dass die Corona-Problematik angesichts der damals ersten, fertiggestellten Impfstoffe im Frühjahr erledigt sei und durch die massive Flutung der Märkte mit Geld eine Phase immensen Wachstums losgetreten würde, das die Wirtschaftsleistung vor der Corona-Phase überbieten würde. Es kam anders. Aber die Kurse steigen trotzdem weiter. Natürlich mögen da viele erwarten und manche auch gegen den Trend der Kurse darauf setzen, dass diese Hoffnungsblase über kurz oder lang in sich zusammenfällt.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 23.04.2021, Kurs 4.012,32 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Würde der Aktienmarkt immer streng objektiv und logisch reagieren, wäre das im Prinzip richtig. Aber dass es nicht längst passiert ist, unterstreicht ja, dass es mit Objektivität und Logik nicht weit her ist. Die Kurse folgen dem Zustrom frischen Geldes. Und dieses Geld, das stetig neu an den Markt kommt, folgt Hoffnungen und nicht zuletzt Gier. Beides sind Emotionen, gegen die man mit Logik nicht ankommt. Der Spruch „die Hausse nährt die Hausse“ hat schon etwas für sich. Denn je weiter die Kurse steigen, desto sicherer fühlen sich viele Akteure, kaufen weiter und glauben, sich den Seitenblick auf die weit unter den Kursen zurück gebliebene Realität schenken zu können.

The current price and chart of the EURO STOXX 50 as well as price information and all stocks in the index can be found here.

Eine solche Aufwärtsbewegung kann nur durch zwei Aspekte gestoppt werden. Entweder, weil dem Markt das frische Geld ausgeht, die ersten ihre Gewinne mitnehmen, erste, kurzfristige Supportlinien dadurch fallen und eine Verkaufslawine aus Stop Loss-Verkäufen und/oder unmittelbaren Gewinnmitnahmen beginnt. Oder durch eine wirklich dramatisch negative Wendung im Bereich der Rahmenbedingungen, die imstande ist, dem Gros der Anleger klarzumachen, dass es keinen Sinn mehr hat, Hoffnungen einfach auf der Zeitachse nach vorne zu schieben. Bislang sehen wir weder noch.

Das ist keine Garantie dafür, dass der Euro Stoxx 50 wirklich und auch noch bald das Kursziel erreicht, das er sich durch den Break über die Jahreshochs 2008, 2015 und 2020 erkämpft hat, nämlich das bisherige Rekordhoch des Index aus dem Jahr 2007 bei 4.573 Punkten, aber:

Dass der Rücksetzer zu Beginn der vergangenen Woche gleich an der 20-Tage-Linie gestoppt wurde und umgehend wieder Kaufinteresse aufkam, obwohl die untere Begrenzung des keilförmigen Aufwärtstrendkanals bei 3.929 und die wichtige Unterstützung in Form des Jahreshochs 2020 bei 3.867 Punkten nahe gelegen hätten, ist ein Zeichen, dass die Bullen sich bislang nicht Bange machen lassen. Solange sich dieses Bild weiter zeichnen lässt, sehen die Bären hier kein Land. Wichtig wäre aber, sich nicht blind darauf zu verlassen, dass diese Aufwärtsbewegung immer weitergeht, das Ziel 4.573 Punkte zwingend erreichen müsste.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 23.04.2021, Kurs 4.012,32 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Sich konsequent abzusichern, wäre dringend anzuraten, derzeit wäre das 2020er-Hoch bei 3.867 Zählern dafür ein guter Ankerpunkt. Denn irgendwann wird es eben doch dazu kommen, dass zu viele bemerken, dass die Leiter, auf der sie immer höher klettern, wackelt.

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Vor gut einer Woche näherte sich der Euro Stoxx 50 der runden Marke von 4.000 Punkten – zum ersten Mal seit Januar 2008. Doch es scheint, als wäre die Hürde nicht leicht zu überwinden. Was steckt dahinter?

Scheuen die Bullen beim Euro Stoxx 50 etwa vor der runden Marke von 4.000 Punkten zurück? Möglich wäre es schon, immerhin hat der Index jetzt den höchsten Level seit über 13 Jahren erreicht. Die Kombination aus ungewohnter Höhenluft und „magischen“ runden Marken kann da schon zu Gewinnmitnahmen verleiten. Aber ein Blick in den Terminkalender macht klar: Wahrscheinlicher wäre es, dass die übermorgen anstehende Abrechnung der Index-Optionen an der Terminbörse die Rallye bremst. Wenn für die Bullen nichts schiefgeht, wäre das also nur ein kurzfristiger Hemmschuh.

Große Akteure würden versuchen, den Euro Stoxx 50 bis Freitag nicht nennenswert über die 4.000er-Marke laufen zu lassen, wenn dort Derivate-Positionen existieren, die dann ideale Gewinne einbringen, wenn der Index zwar am oberen Ende der Handelsspanne seit der letzten Abrechnung am 19. März notiert, nicht aber über 4.000 Punkte läuft.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 13.04.2021, Kurs 3.966,99 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Dass das denkbar ist, lässt sich an der hohen Zahl offener, übermorgen auslaufender Call-Optionen mit Basis 4.000 Punkten erkennen. Wer diese Calls an andere Akteure verkauft hat, sprich als Stillhalter fungiert, würde ordentlich zur Kasse gebeten, wenn diese Call-Optionen am Freitagmittag auf einmal einen echten Wert ausweisen sollten.

Ob das der einzige Grund ist, wieso der europäische Leitindex momentan vor dieser Hürde zurückscheut, ist nicht sicher zu ermitteln, zumal Derivate-Strategien großer Adressen meist verschiedene Derivate in einer komplexen Struktur miteinander kombinieren. Aber was, wenn es so wäre? Dann käme es auf den Start in die kommende Woche an, wenn das Thema Terminbörsen-Abrechnung vom Tisch ist.

Dass sich die Bullen beim Euro Stoxx 50 in Relation zu den konjunkturellen Rahmenbedingungen weit aus dem Fenster gelehnt haben, wissen nicht nur die Bären, sondern auch sie selbst. Dass sie trotzdem stur Long gehen und bleiben, macht klar: Die Fakten außerhalb der Börsensäle spielen derzeit eine geringere Rolle als der Trend bzw. die Charttechnik. Und damit wird die Sache wieder relativ einfach. Ob der Euro Stoxx 50 nach der Abrechnung der Index-Optionen durch die 4.000 geht oder aber abdreht und eine größere Korrektur startet, weiß man zwar nicht vorher. Aber die Charts zeigen, wo die Punkte liegen, unter denen man sich umgehend überlegen sollte, auf der Long-Seite die Segel zu reffen:

Egal, ob man sich den Index auf Tages- oder auf Monatsbasis ansieht, es springt ins Auge, welcher Bereich von den Bullen gehalten werden muss, um die Rallye aufrechtzuerhalten. Es ist der Bereich zwischen 3.836 und 3.900 Punkten, bestehend aus den Jahreshochs 2015 und 2020 sowie den beiden Zwischenhochs der ersten Jahreshälfte 2008. Ein Bereich, der aktuell zusätzlich durch die Oktober 2020-Aufwärtstrendlinie verstärkt wird.

Chart vom 13.04.2021 Kurs: 20.70 Kürzel: FEYE | Online Broker LYNX

Solange diese Zone hält, wäre die Long-Seite weiterhin die richtige. Fällt sie, kann es angesichts der allen bewussten Schere ziwschen Kursen und Rahmenbedingungen schnell sehr ungemütlich für Akteure werden, die eisern auf der Long-Seite ausharren wollen.

Pünktlich zum Quartalsultimo hat der Euro Stoxx 50 auf dem höchsten Niveau seit 2008 geschlossen: ein immens bullisches Signal. Aber es ist eines auf Bewährung, noch ist Vorsicht geboten!

Man könnte diesen Ausbruch des Euro Stoxx 50 einfach nur erfreut zur Kenntnis nehmen, immerhin ist der Index jetzt an zwei äußerst markanten Widerständen, konkret an den Jahreshochs 2015 und 2020 im Bereich 3.836/3.867 Punkte, vorbeigekommen. Dadurch wurde ein Kursniveau erreicht, das letztmalig im Januar 2008 gesehen wurde. Und zugleich wurde dadurch das Tor in Richtung 4.500 Punkte aufgestoßen, erst dort warten die nächsten, mittelfristig bedeutsamen Widerstände. Das wäre ein Aufwärtspotenzial von knapp 15 Prozent, für einen Index wirklich nicht zu verachten.

Aber so eindeutig positiv ist dieser Ausbruch eben nicht – zumindest noch nicht. Da genau hinzuschauen, hat nichts mit Pessimismus, sondern mit Vorsicht zu tun. Und schaut man genauer hin, stellt man zwei Dinge fest:

Zweieinhalb Wochen lang hing der Euro Stoxx 50 an der Widerstandslinie bei 3.867 Punkten fest, dem Jahreshoch 2020, das unmittelbar vor dem Corona-Crash im Februar 2020 ausgebildet wurde. Mit dem Start in die neue Woche gelang auf einmal der Ausbruch, am Montag knapp, am Dienstag eindeutig. Das ist auf den ersten Blick bullisch und kann auch durchaus zu Anschlusskäufen führen.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 30.03.2021, Kurs 3.926,20 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Aber es ist auffällig, dass diese Dynamik ausgerechnet zum Quartalsultimo aufkam, ohne dass die Nachrichtenlage die Käufe zwingend hätte auslösen müssen. Der Gedanke, dass das „Window Dressing“ der institutionellen Investoren wie Fonds oder Hedgefonds für diesen Kursanstieg entscheidend war, drängt sich da schon auf. Und diese gezielte, werbewirksame Optimierung der Performance hat eben den Stichtag des Quartalsendes zum Ziel – den heutigen Tag.

Wird das Ziel erreicht, hieße das, dass durch die gezielt vorangetriebene Performance besonders viel frisches Kapital der Sparer zufließt, das dann den Anstieg weiter treiben soll. Das gelingt oft. Aber keineswegs immer.

Der zweite Aspekt, der auffällt, ist im Chart auf Tagesbasis zu sehen: Mit diesem Ausbruch sind zwar mittel- und langfristige Widerstände überboten, ein kurzfristiger Widerstand aber gerade erst erreicht worden. Der Euro Stoxx 50 ist genau an die obere Begrenzungslinie des keilförmigen, im November etablierten Aufwärtstrendkanals herangelaufen.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 30.03.2021, Kurs 3.926,20 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Diesen Widerstand könnten die Bullen ebenfalls niederringen, den Index aus diesem Trendkanal nach oben hinausdrücken. Aber bevor man sich da entspannt zurücklehnt, sollte man genau beobachten, ob die so souverän wirkende Stärke auch über die ersten Tage des neuen Quartals anhält, d.h. das unmittelbare Ziel des „Window Dressing“ überlebt. Auf der Long-Seite am Ball zu bleiben, ist bei einem solchen Chartbild eine klare Sache. Sich aber für den Fall der Fälle relativ eng abzusichern, ebenfalls. Die kurzfristig entscheidende Supportzone besteht aus der 20-Tage-Linie und der unteren Begrenzung dieses bullischen Keils im Bereich 3.810/2.820 Punkte. Knapp darunter einen Stop Loss Long zu platzieren, dürfte kein Fehler sein!

Der Euro Stoxx 50 steht jetzt aus chart- und markttechnischer Sicht am Anschlag. Trotzdem weiter zu steigen, ist nicht unmöglich, aber schwierig. Was jetzt gelingen muss … und was nicht schiefgehen darf.

Der Index hat der zunehmenden Inflationsangst getrotzt. Ebenso den Enttäuschungen hinsichtlich des Impffortschritts, der Voraussetzung dafür, dass das Wachstum in nächster Zeit wieder anziehen könnte. Viele eher verhaltene Unternehmensperspektiven konnten die Käufer nicht aufhalten. Aber jetzt könnte sich doch die Schwerkraft zu Wort melden. Denn der europäische Leitindex hat bedeutsame charttechnische Hürden angesteuert, ist aus markttechnischer Sicht überkauft und ist jetzt eines Zugpferdes beraubt worden: der Sogwirkung des „dreifachen Hexensabbats“.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 19.03.2021, Kurs 3.837,02 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Am Freitag ging diese Abrechnung der Futures und Optionen auf die Indizes und der Optionen auf Aktien über die Bühne. In Aufwärtstrends ziehen diese Termine die Kurse gemeinhin. Und in der Tat ist der Euro Stoxx 50 im Vorfeld dieser Abrechnung kräftig gestiegen, begann dann aber schon während der Abrechnung der Derivate zu wackeln. Ein schlechtes Zeichen?

Ein Warnsignal ist es allemal. Vor allem, weil den Bullen ausgerechnet da die Puste auszugehen scheint, wo es entscheidend wäre, noch einmal richtig zuzulangen. Denn die jetzt erreichten Widerstände zu bezwingen, die überkaufte Markttechnik abzuschütteln, wäre zwar möglich. Aber nur, wenn jetzt noch einmal Gas gegeben würde.

Sie sehen im Chart auf Wochenbasis, dass der Index genau an das Jahreshoch 2020, das „Prä Corona“-Hoch, bei 3.867 Punkten herangelaufen war. Zugleich wurde dadurch die obere Begrenzung des Ende Oktober begonnenen, keilförmigen Aufwärtstrendkanals fast erreicht. Und der Stochastik-Oszillator ist, wie in den Charts unten jeweils mit eingeblendet, auf beiden Zeitebenen in der überkauften Zone angekommen.

Euro Stoxx 50: Wochen-Chart vom 19.03.2021, Kurs 3.837,02 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Um eine Korrektur zu verhindern, müsste der Euro Stoxx 50 also nicht nur über das 2020er-Jahreshoch, sondern über diesen Keil nach oben hinaus, dazu bräuchte es Schlusskurse mindestens über 3.900 Punkten. Wobei die Bullen das Problem haben, dass diese obere Keil-Linie zügig steigt, man also auch danach zum Steigen verdammt wäre, um dieser Formation zu entkommen. Das wird in diesem außerhalb des reinen Tradings problematischen Umfeld nicht gerade einfach.

Wenn es misslingt, hier noch einmal richtig durchzustarten, wird es auf die untere Begrenzung dieser Keilformation ankommen, die derzeit zusammen mit der 20-Tage-Linie eine Art doppeltes Rückgrat der Aufwärtsbewegung bildet. Diese beiden Linien verlaufen heute bei 3.753 und 3.766 Punkten. Würde diese Zone eindeutig durchbrochen, läge die nächste potenzielle Auffangzone von mittelfristiger Relevanz erst im Bereich 3.400/3.451 Punkte, konsequente Stoppkurse auf der Long-Seite wären daher jetzt ratsam!

Der Euro Stoxx 50 Kurs legte am Donnerstag den vierten Tag in Folge zu. Aber aus charttechnischer Sicht ist der entscheidende Punkt erst jetzt erreicht. Gelingt es, den aktuell angesteuerten Kreuzwiderstand zu überwinden, wäre noch einiges an Spielraum vorhanden. Wenn nicht, könnte es für die Bullen schnell ungemütlich werden.

Die gestrige EZB-Sitzung war angetan, einige besorgte Akteure zu beruhigen. Allerdings fiel das leicht, denn wer sich aktuell Sorgen um Renditeanstieg und Inflation macht, will nur zu gerne beruhigt werden. Die EZB veränderte weder die Zinssätze noch das Volumen der Anleihekäufe und demonstrierte damit eine Politik der ruhigen Hand. Was die Zinskurven und die Wechselkurse angehe, werde man das intensiv beobachten. Und in Sachen Inflation sei es normal, dass die kurzfristig noch ein wenig anziehe, wegen der kurzfristig preistreibenden Wirkung des großen US-Konjunkturprograms einerseits und der steigenden Ölpreise andererseits. Das wirkte, als gebe es keinerlei Grund zu handeln.

Ob man damit richtig liegt, wird sich zwar erst in zwei, drei Monaten anhand der dann vorliegenden Teuerungsraten und dem Renditenniveau der längeren Laufzeiten am Anleihemarkt zeigen. Aber bis dahin hätten die Bullen am Aktienmarkt eben noch Zeit, Boden gutzumachen. Sollten die Anleiherenditen nicht kurzfristig wieder Fahrt nach oben aufnehmen, könnte dieses Thema damit kurzfristig in den Hintergrund treten. Worum sich die Bullen jetzt kümmern müssen, ist vielmehr charttechnischer Natur. Denn der europäische Leitindex hat jetzt gleich zwei nicht unwesentliche Charthürden erreicht.

Tageschart vom 11.03.2021, Kurs 3.845,64 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass sich der EuroStoxx 50 seit einiger Zeit in einer aufsteigenden Keilformation bewegt, dessen obere Begrenzung sich jetzt mit dem „Prä Corona“- und Jahreshoch 2020 bei 3.867 Punkten zu einem Kreuzwiderstand vereint. Im Gegensatz zum DAX hat der europäische Leitindex den Level, mit dem der gesamte Abriss der Kurse im Zuge der Panik-Verkäufe vor einem Jahr ausgeglichen wäre, also noch nicht überboten.

Würde der Ausbruch nach oben eindeutig gelingen, würde sich das für die Bullen aus rein charttechnischer Sicht lohnen, denn wirklich markante Widerstände würden dann erst, Sie sehen es im langfristigen Chart auf Monatsbasis, im Bereich 4.500/4.570 Punkte warten. Der Index ist in Schlagdistanz, der Ausbruch über 3.867 Punkte wirkt wie ein Katzensprung.

Aber Verkäufer pflegen sich nicht vorher lauthals anzukündigen. Erst, wenn diese doppelte Hürde mindestens um einen Prozentpunkt auf Schlusskursbasis überboten wäre, ließe sich der Befreiungsschlag als signifikant ansehen. Für den Fall, dass nicht gelingt, was per Donnerstagabend so leicht scheint, wäre ein Stop Loss Long knapp unter 3.700 Punkten in jedem Fall eine Überlegung wert.

Monatschart vom 11.03.2021, Kurs 3.845,64 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Ein mit einem Minus beendeter Januar war eine brenzlige Vorgabe in einem Umfeld, in dem die Rahmenbedingungen den Kursen so immens hinterherhinken. Man sann seitens der großen Adressen auf Abhilfe – und das funktionierte. Bis jetzt zumindest, denn wenn da nicht schnell nachgebessert wird, haben die Bullen zu hoch gepokert.

Die große Zahl an Sparern, die über Fonds, ETFs oder andere passive Investments am Aktienmarkt engagiert sind, liefert das Geld und bestimmt damit letzten Endes den Trend. Die Feinarbeit machen indes die, die dieses Geld verwalten. Da gibt es so manchen altbekannten Trick, um die Stimmung der Anlegerschaft hoch zu halten und auf diesem Weg sicherzustellen, dass der Storm des meist zur Monatswende zufließenden Sparer-Geldes nicht versiegt.

Euro Stoxx 50: Tages-Chart vom 10.02.2021, Kurs 3.648,37 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX

Der Februar startete furios. Dass schlagartig wieder Leben in einen zuvor müde konsolidierenden Index kam … und das nicht nur beim Euro Stoxx 50, sondern bei den meisten großen Indizes wie DAX oder Dow Jones genauso … zeigt, dass diese „großen Adressen“, die anderer Leute Geld verwalten, sehr bewusst das ihnen zum neuen Monat zugeflossene, frische Kapital in den Markt gegeben haben. Um das Momentum des Aufwärtstrends zu erhalten … und um die Anleger in Kauflaune zu halten.

Das klappte tadellos, doch die Vehemenz der Aufwärtsbewegung ließ einige Tage nach Monatsbeginn beim Euro Stoxx 50 ebenso wie bei den anderen Leitindizes nach. Das deutet an, dass das Gros des frischen Geldes bereits in den Markt gegeben wurde. Und allzu viel „Nachschlag“ können die institutionellen Investoren da nicht liefern, denn die Barreserven sind traditionell klein und bei ETFs naturgemäß sogar nahezu null. Also, wie weiter?

Es war auffällig, dass Dow, DAX und Euro Stoxx allesamt am vergangenen Freitag knapp unter dem letzten Verlaufshoch „geparkt“ wurden. Bei DAX und Dow Jones war das der Verlaufsrekord, beim Euro Stoxx 50 immerhin der höchste Stand seit dem „Corona-Crash“. Dieses Hoch, am 8. Januar bei 3.657,83 Punkten markiert, sollte am Montag mit Schwung genommen werden. Das Prozedere ist dabei fast immer gleich:

Der Index wird noch vor dem offiziellen Handelsbeginn über den Future über das alte Hoch gezogen. Das soll Anschlusskäufe bullischer Trader sowie Eindeckungen überrumpelter Bären auslösen und dadurch den Ausbruch zum Selbstläufer machen, der die eigene Barreserve schont. Aber Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis: Es klappte nicht. Weder am Montag noch am Dienstag oder Mittwoch gelang es, den Euro Stoxx 50 von diesem Januar-Hoch nach oben zu lösen. Wie viel Zeit bleibt, um das noch hinzubekommen?

Wenig. Dass ein Index mehr als eine Woche an einem solchen neuralgischen Punkt stillhält, ist selten. Es heißt also für heute und morgen: hopp oder topp. Das Problem ist, dass es keine wirklich wichtige Unterstützung in der Nähe gibt, sie sich im Fall eines drohenden Fehlschlags als Sprungbrett für einen zweiten Anlauf nutzen ließe.

Die 20-Tage-Linie wurde zuletzt zu oft über- und unterkreuzt und läuft zudem seitwärts, was ihre Relevanz mindert. Damit käme, sollte der Index nach unten abdrehen, umgehend die Supportzone 3.400/3.451 Punkte, im besten Fall das knapp darüber liegende Januar-Tief bei 3.474 Punkten, in Spiel. Sprich:

Wenn diese Pokerpartie, die auf die Anschlusskäufe der Trader wettet, schiefgeht, könnte der Euro Stoxx 50 schnell wieder dorthin zurückfallen, von wo aus das frische Geld der Sparer ihn mit dem Zweck der Wiederbelebung des Momentums Anfang Februar in eine Rallye geführt hatte. Die bullische Seite ist also gefordert, umgehend „nachzuschieben“.

Euro Stoxx 50: Monats-Chart vom 10.02.2021, Kurs 3.648,37 Punkte, Kürzel ESTX50 | Online Broker LYNX